Stell dir vor, du trinkst einen richtig guten Bordeaux.
Einen Grand Cru.
Zumindest glaubst du das. 😊
Bei einer Weinverkostung bekamen 52 ausgewiesene Weinkenner Bordeaux angeboten.
40 von ihnen bevorzugten den Wein mit dem edlen „Grand Cru Classé“-Etikett.
Nur 12 entschieden sich für den einfachen „Vin de Table“.
Du ahnst es wahrscheinlich schon:
In beiden Flaschen war derselbe Wein.
Verrückt, oder?
Aber was sagt uns das?
Nicht nur der Wein bestimmt, was wir schmecken.
Sondern auch die Geschichte, die wir mit ihm verbinden.
Und genau das machen wir den ganzen Tag.
Mit anderen Menschen.
Mit unserem Körper.
Mit unserem Alter.
Mit unseren Gefühlen.
Und vor allem:
mit uns selbst.
„Ich bin eben nicht selbstbewusst.“
„Mein Körper ist nicht schön genug.“
„In meinem Alter macht man so etwas nicht mehr.“
„Was sollen die anderen denken?“
„So bin ich nun einmal.“
Das Problem ist nicht, dass wir Geschichten haben.
Natürlich haben wir sie.
Sie sind aus unseren Erfahrungen entstanden.
Das Problem beginnt dort, wo wir vergessen:
Es sind “nur” Geschichten.
Nicht die Wirklichkeit.
Und Geschichten kann man verändern.
Nicht indem man sich einfach etwas Schönes einredet.
Sondern indem man beginnt, andere Erfahrungen zu machen.
Deine Vergangenheit kannst du nicht umschreiben.
Aber:
Was du heute tust, ist morgen deine Vergangenheit.
Das finde ich einen wunderbaren Gedanken.
Denn er bedeutet:
Du kannst deine Geschichte nicht gestern verändern.
Du kannst sie nur jetzt verändern.
Vielleicht fängst du mit zwei einfachen Dingen an.
1. Erkenne deine Geschichte.
Frage dich immer wieder:
Welche Geschichte erzähle ich mir gerade?
Und noch wichtiger:
Muss ich sie glauben oder könnte ich sie auch anders erzählen?
2. Mach etwas anders.
Verhalte dich einmal anders, als du es gewohnt bist.
Zeige dich, obwohl du dich normalerweise versteckst.
Sag etwas, obwohl du normalerweise schweigst.
Probiere etwas aus, von dem du bislang dachtest:
„Das bin doch nicht ich.“
Vielleicht machst du sogar Yoga.
Vollkommen nackt. 😉
Denn genau darum geht es beim Nacktyoga für mich.
Nicht einfach darum, die Kleidung auszuziehen.
Sondern darum, auch ein paar der alten Geschichten über uns selbst auszuziehen.
Wie muss ich aussehen?
Was darf ich zeigen?
Was werden andere denken?
Und irgendwann bleibt vielleicht eine ganz andere Frage übrig:
Wer bin ich eigentlich, wenn ich all diese Geschichten einmal weglasse?
Genau da beginnt für mich Freiheit.
Und vielleicht beginnt dort auch eine ganz neue Geschichte für dich!
Deine Elke
😘

