Im Yoga geht es letztlich nicht darum, den Körper beweglich zu machen.
Sondern darum, dem Leben gegenüber beweglich zu bleiben.
Es geht um die Frage:
Kann ich beweglich bleiben, wenn das Leben sich ändert?
Was es auf jeden Fall immer tut.
Aber warum verändert sich alles?
Alles, was ist, ist das Ergebnis von Ursache und Wirkung.
Etwas entsteht, weil die Bedingungen für sein Entstehen gegeben sind.
Und es vergeht, wenn das nicht mehr so ist.
Wenn sich Ursachen oder Bedingungen ändern, findet Wandlung statt.
Alles auf dieser Welt unterliegt diesem unendlichen Wandel.
Im Nacktyoga legen wir nicht nur Kleidung ab.
Manchmal auch Vorstellungen davon, wie wir sein müssten.
Und genau dort beginnt innere Wandlung.
Du konntest nur geboren werden, weil bestimmte Bedingungen erfüllt waren.
Und du wirst sterben, wenn bestimmte Bedingungen aufeinandertreffen.
Was wir Leben nennen, ist nichts anderes als eine Abfolge von Wandlungen.
Wir wachsen und altern, weil wir leben.
Unser Sterben ist der Beweis dafür, dass wir gelebt haben.
Wir sterben, weil wir leben.
Leben bedeutet Geburt und Tod.
Leben bedeutet Entstehen und Vergehen.
Unser Leiden beginnt oft dort, wo wir das Vergängliche festhalten wollen.
Wir sehnen uns nach Sicherheit.
Nach Beständigkeit.
Nach einem Leben ohne Verlust.
Und genau damit stellen wir uns gegen das Leben.
Im Yoga üben wir Beweglichkeit.
Zunächst im Körper.
Und dann – noch viel wichtiger – im Geist.
Denn nichts bleibt, wie es ist.
Nicht das Schöne.
Und nicht das Schwere.
Wer den Wandel des Lebens nicht mehr fürchtet, entdeckt eine Freiheit, die unabhängig von den Umständen ist.
Es entsteht weniger Anhaftung.
Weniger Abneigung.
Mehr Gelassenheit.
Genau das ist die tiefere Bedeutung von Nacktyoga:
Nicht möglichst viel auszuziehen, sondern immer weniger festhalten zu müssen.
Das ist wahre Freiheit.

